Stationen der Erinnerung in der Leopoldsstadt

Die Leopoldstadt war traditionell ein Bezirk, in dem viele jüdische WienerInnen lebten. Vor der Machtergreifung durch die Nazis stammte mehr als 40 Prozent der Bevölkerung aus jüdischen Familien. Der Name „Mazzesinsel“ zeugt davon. Es gab ein blühendes jüdisches Leben hier, eine Reihe von jüdischen Bühnen, Kaffeehäuser, jüdische Schulen, Synagogen und Bethäuser. Alleine im Karmeliterviertel bildeten 180 verschiedene Vereine ein Netzwerk, das alle Bereiche des Lebens umfasste.

Dieses Leben wurde mit einem Schlag vernichtet, die jüdischen Männer, Frauen und Kinder ihrer Rechte, ihrer Habe und wenn ihnen die Flucht nicht möglich war, auch ihres Lebens beraubt.

30.000 Menschen die hier gelebt haben, sind deportiert und ermordet worden. Diese Zahl beinhaltet auch die Menschen, die gezwungen wurden, ihre Wohnungen in anderen Wiener Bezirken, in Niederösterreich und dem Burgenland zu verlassen und sich hier in Sammelwohnungen einzufinden.

 

Weg der Erinnerung durch die Leopoldstadt

Der „Weg der Erinnerung durch die Leopoldstadt“ führt zu vielen für das frühere jüdische Leben in der Leopoldstadt bedeutsamen Orten und macht die Geschichte der Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung sichtbar.

Er berührt den Alltag des jüdischen Lebens und er gedenkt beispielhaft der vielen Menschen, die hier gelebt haben. Auf diese Weise wollen wir – Stein für Stein – symbolisch den von hier vertriebenen und ermordeten jüdischen EinwohnerInnen wieder einen Platz in ihrem Heimatbezirk geben; und den Angehörigen die Chance, ihre Eltern, Großeltern und Geschwister zu verewigen.

Durch unsere Beispiele wollen wir die Erinnerung an das jüdische Leben und an die von den Nazis zerstörte Kultur in der Leopoldstadt wach halten. Der „Weg der Erinnerung“ regt vorübergehende Menschen zum Denken an. Durch die Veränderung des öffentlichen Raums wollen wir zur Vergangenheitsbewältigung Wiens beitragen.

Ein Großteil der Stationen beinhaltet folgende Elemente:

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  1. a) Erklärungstafeln (20x20cm)

dokumentieren das ehemalige jüdische Alltagsleben, die jüdische Kultur und die Geschichte von Verfolgung und Deportation.

  1. b) Steine der Erinnerung an ermordete jüdische EinwohnerInnen
  2. c) Zu Beginn des Projekts wurden auch Wegmarkierungstafeln gesetzt.

Jeder „Stein“ ist 10x10cm, es werden häufig Blöcke mit vier Steinen in den Gehsteig verlegt. Die Zahl der Blöcke wird den örtlichen Gegebenheiten der Stationen angepasst.

Viele Angehörige und Interessierte aus der ganzen Welt schreiben uns an, um Steine für ihre Familienmitglieder zu setzen. Viele von ihnen kommen zu den Eröffnungen nach Wien.

Eine ähnlich große Zahl von Steinen wird für die Menschen ohne Angehörige gesetzt. (Die Idee der ‚Stolpersteine’ stammt aus Deutschland)

 

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1.

Tempelgasse 3-5: Leopoldstädter Tempel Foto anzeigen

1a

Tempelgasse 1

2.

Praterstraße 36: SchauspielerInnen der Jüdischen Bühnen Foto anzeigen

2a.

Praterstraße 26: HausbewohnerInnen Foto anzeigen

3.

Praterstraße 33: Kaffeehäuser Foto anzeigen

3a.

Praterstr. 25: Rolandbühne Foto anzeigen

3b

Zirkusgasse 3

3b

Zirkusgasse 3

3b.

Zirkusgasse 3-5: Gemeindebauten Foto anzeigen
3c Schrottgießergasse 1

4.

Zirkusgasse 22: Türkischer Tempel Foto anzeigen

4a.

Zirkusgasse 30: HausbewohnerInnen Foto anzeigen

5.

Schmelzgasse 9: Sammelwohnungen Foto anzeigen

5a.

Johannes von Gott-Pl.2: Hausbewohnerin Foto anzeigen

5a

Johannes von Gottplatz 2

6.

Taborstraße (Ecke Karmeliterkirche) Jüdische Einrichtungen Foto anzeigen

6a.

Taborstraße 21:HausbewohnerInnen

6b.

Negerlegasse 8: Sammelwohnungen Foto anzeigen

6c.

Negerleg./Ecke Taborstr.: HausbewohnerInnen Foto anzeigen

6d.

Taborstr. 14: Deportierte Kinder Foto anzeigen

7.

Lilienbrunngasse 18: Bethaus der Belczer Schul Foto anzeigen

7a.

Kleine Sperlg./Lilienbrunngasse: HausbewohnerInnen Foto anzeigen

7b.

Lilienbrunngasse 3: HausbewohnerInnen

7c.

Manes Sperber Park: BewohnerInnen Lilienbrunngasse Foto anzeigen

7d.

Hammer Purgstallg. 7: HausbewohnerInnen Foto anzeigen

7e.

Hammer Purgstallg. 6: HausbewohnerInnen Foto anzeigen

7f.

Obere Donaustr. 101 HausbewohnerInnen Foto anzeigen

7g

Lilienbrunngasse 9

7g

Lilienbrunngasse 9

8.

Kleine Sperlgasse 2c: SchülerInnen Foto anzeigen

8a.

Große Sperlgasse 4: HausbewohnerInnen

8b.

Kleine Sperlgasse 1

8c

Große Sperlgasse 8

8c

Große Sperlgasse 8

9.

Kleine Sperlgasse 2a: Sammellager Foto anzeigen

9a.

Hollandstr. 9: HausbewohnerInnen Foto anzeigen

9b.

Hollandstr. 8 HausbewohnerInnen Foto anzeigen

9b.

Hollandstr. 8 Foto anzeigen

10.

Krummbaumgasse 8: Suppenküche Foto anzeigen

10a.

Große Schiffg. 9: HausbewohnerInnen Foto anzeigen

10b.

Krummbaumgasse 2: HausbewohnerInnen

10c

Krummbaumgasse 10

11.

Große Schiffgasse 8: Tempel ‚Schiffschul‘ Foto anzeigen

11a.

Floßgasse 10: Sammelwohnungen Foto anzeigen

11b.

Schiffamtsgasse 10: Sammelwohnungen Foto anzeigen

11c.

Herminengasse 8: HausbewohnerInnen Foto anzeigen

11d.

Franz Hochedlingerg. 26: HausbewohnerInnen Foto anzeigen

11e.

Floßgasse 9: HausbewohnerInnen Foto anzeigen

11f.

Floßgasse 4/10: HausbewohnerInnen Foto anzeigen

11g.

Obere Donaustr. 69: HausbewohnerInnen Foto anzeigen

11h

Herminengasse 10

11h

Herminengasse 10

11i

Herminengasse 21

12.

Karmelitermarkt : Arisierte Stände Foto anzeigen

12a.

Leopoldsgasse 45: HausbewohnerInnen Foto anzeigen

12b.

Haidgasse 1: HausbewohnerInnen Foto anzeigen

12c.

Haidg. 3 Wandt. HausbewohnerInnen Foto anzeigen

12d.

Wandtafel Karmelitermarkt

13.

Leopoldsgasse 29: „Polnische Schul“ Foto anzeigen

13a.

Große Pfarrgasse 2: HausbewohnerInnen

14.

Leopoldsgasse 26: Schulverein Beth Jakob Foto anzeigen

15.

Ecke Im Werd: „Gerechte“ und „U-Boote“ Foto anzeigen

15a.

Leopoldsgasse 16: HausbewohnerInnen

15b.

Schwarzingerg. 2: Sammelwohnungen Foto anzeigen

16.

Malzgasse 7: Mädchenschule und Sammellager für Alte und Kranke Foto anzeigen

17.

Malzgasse 16: Jüdische Knabenschule Foto anzeigen

19.

Große Sperlgasse 41: Verein „Mathilde“

19a.

Große Pfarrgasse 8: HausbewohnerInnen

19b.

Große Sperlgasse 37a: HausbewohnerInnen

19c.

Große Sperlgasse 28: HausbewohnerInnen

20.

Große Pfarrgasse 5: Leopoldskirche

21.

Ob. Augartenstr.72:U-Bahnaufgang: Haschomer Hazair

21a.

Taborstr. 36

22.

Blumauerg. 1 / Ecke Taborstr. 44: Poale Zion

22a.

Große Mohrengasse 39: Wandtafel HausbewohnerInnen

22b.

Glockengasse 15: HausbewohnerInnen

22c.

Odeongasse: HausbewohnerInnen

22d.

Große Mohreng. 38 Wandt. HausbewohnerInnen

22e.

Blumauerg. 22: HausbewohnerInnen

22f.

Glockengasse 23: HausbewohnerInnen

22g

Odeongasse 9

22g

Odeongasse 9

23.

Novaragasse 8 U-Bahnaufgang: Rechtsschutzzverein jüd. Hausierer

23a.

Novaragasse 19: Sammelwohnungen

23b.

Novaragasse 20

24.

Pazmanitengasse 6: Pazmanitentempel

24a.

Heinestraße 20: HausbewohnerInnen

25.

Heinestraße 4: Jura Soyfer und Dichter

25a.

Heinestraße 2: HausbewohnerInnen

25b.

Pfeffergasse 3: HausbewohnerInnen

26.

Konradgasse 1: Sammelwohnungen

26a.

Taborstraße 59: HausbewohnerInnen

26b.

Josefinengasse 7: HausbewohnerInnen

26c.

Große Stadtgutg. 14: HausbewohnerInnen

27.

Augarten (Eingang Klanggasse): Parks für Juden verboten

28.

Castellezgasse 35: Sammellager

28a

Castellezgasse 29

29.

Taborstraße 71: aris. jüd. Fabrik Brill

30.

Vereinsgasse 21: Jüdische SchülerInnen

30a.

Vereinsgasse 19: HausbewohnerInnen

30b.

Pazmaniteng. 14: HausbewohnerInnen

30c.

Vereinsg. 15: HausbewohnerInnen

30c.

Pazmaniteng. 14: HausbewohnerInnen

30d.

Pazmanitengasse 13

30e.

Vereinsgasse 16: HausbewohnerInnen

31.

Volkertplatz: „Straße der Erinnerung“

31a.

Volkertplatz 5: HausbewohnerInnen

31b.

Darwingasse 21: Bethaus Jeshuat Achim

31c.

Darwing.33: HausbewohnerInnen

31d.

Springerg. 14: HausbewohnerInnen

31e.

Rueppg.10: HausbewohnerInnen

31f.

Fugbachgasse 19

31g

Springergasse 27: HausbewohnerInnen

32.

Nordbahnstraße 50: Nordbahnhof

33.

Heinestraße 35: Czortkower Rebbe

34.

Heinestr. 30-32: Verbrannte Bücher

35a.

Heinestraße 40: HausbewohnerInnen

35b.

Heinestraße 42: HausbewohnerInnen

36.

Praterstern-Teget…

37.

Praterstraße 60: Kaufleute Foto anzeigen

38.

Praterstraße 50: Sammelwohnungen

38a.

Vor Nepomukkirche: Gedenktafel der Kirche

38b.

Praterstraße 43: HausbewohnerInnen

38c.

Praterstr. 37: HausbewohnerInnen

39.

Czerningasse 7a: HausbewohnerInnen

39a.

Praterstraße 42: HausbewohnerInnen

39b.

Czerninplatz 2: HausbewohnerInnen

39c.

Czerningasse 9: HausbewohnerInnen

40.

Czerninplatz 4: Verein “Esther“ zur Unterstützung armer Bräute

40a.

Czerningasse 23: HausbewohnerInnen

40b.

Czerningasse 21: HausbewohnerInnen

40c

Czerningasse 12

40c

Czerningasse 12

41.

Czerningasse 6: Jüd. Seelenärzte

41a.

Czerningasse 3: HausbewohnerInnen

42.

Ferdinandg. 23: Jüdische Einrichtungen

43.

Ferdinandstraße/Ecke Aspernbrückengasse: BewohnerInnen

43a.

Untere Donaustraße 13

Stationen, die außerhalb des „Weges“ liegen

Stuwerviertel

Stuwergasse 21
Molkereistraße 7: HausbewohnerInnen
Sebastian Kneippgasse 10
Ybbsstr. 5: HausbewohnerInnen
Ybbsstr. 22: HausbewohnerInnen
Ybbsstraße 28: HausbewohnerInnen
Wohlmutstraße 17: HausbewohnerInnen
Ausstellungsstraße 19: HausbewohnerInnen
Wolfgang Schmälzlgasse 24: Tischlerwerkstätte

Schüttel

Laufbergergasse 4: HausbewohnerInnen
Schüttelstr. 15: HausbewohnerInnen

Alliiertenviertel

Am Tabor 15: HausbewohnerInnen
Schweidlgasse 13: HausbewohnerInnen
Rueppgasse 38: HausbewohnerInnen

Rembrandtviertel und Umgebung

Schreygasse 12: HausbewohnerInnen
Franz Hochedlingerg. 4: HausbewohnerInnen
Förstergasse 7: HausbewohnerInnen
Förstergasse 3: HausbewohnerInnen
Rembrandtstr./Förstergasse: Opfer Rembrandtstraße
Rembrandtstraße 5: HausbewohnerInnen
Rembrandtstr. 19: HausbewohnerInnen
Rembrandtstr. 30: HausbewohnerInnen
Rembrandtstr. 32: HausbewohnerInnen
Rembrandtstr. 34: HausbewohnerInnen
Rembrandtstr. 36: HausbewohnerInnen
Untere Augartenstr. 11: arisiertes Kaffeehaus
Untere Augartenstraße 32: HausbewohnerInnen
Obere Augartenstr. 2: HausbewohnerInnen

Wo es sich um Erinnerung an heute wieder bestehende Vereine handelt, wurden Tafeln in Absprache mit den Betroffenen gesetzt (z.B. religiöse Einrichtungen). Wo es sich um konkrete Zahlen handelt (Zahl der arisierten Marktstände), wurden umfassende Recherchen durchgeführt, sofern wir nicht auf bereits vorhandenes Material zurückgreifen konnten.