100 Stationen auf dem Weg der Erinnerung

 

Eröffnung des 4. Teils am 17. Mai 2009 in der Haidgasse 1

Sehr viele Menschen kamen- die Familien der Angehörigen reisten aus fernen Ländern wie Australien, den USA, Israel und sogar aus Tansania an – um an der feierlichen Eröffnung des 4. Teils des Weges der Erinnerung teilzunehmen.

Nach der Verlesung einer Grußbotschaft des Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer würdigten Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny und Bezirksvorsteher Gerhard Kubik die Bedeutung dieses Gedenkprojekts für den 2. Bezirk und für Wien, speziell in einer Zeit, in der wieder versucht wird, mit rassistischen und antisemitischen Äußerungen Politik zu machen.

Peter Schwarz, der diesmal nicht nur als Vertreter des psychosozialen Zentrums ESRA, sondern auch als Angehöriger eine Rede hielt, betonte die Bedeutung des Erinnerns für traumatisierte Menschen und die gesellschaftliche Verantwortung, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Auch Felix Burian, sein Onkel, wandte sich in einer spontanen Rede an die Anwesenden. Shulamit Locker, die als Kind in der Floßgasse 9 gewohnt hat und sich im Alter von 12 Jahren von ihrer Mutter für immer verabschieden musste, hielt eine sehr berührende Rede. Sie dankte ihrer Mutter, dass sie ihr mit der Möglichkeit zur Flucht das Leben zum zweiten Mal geschenkt hat.

Lisl Hacker ergriff als Vertreterin der Urenkelgeneration das Wort. Sie wollte immer die Sprache und die Kultur ihrer Großeltern verstehen, um sich in die Familiengeschichte einfühlen zu können. „Wenn ich deutsch spreche und wenn ich meine Freunde hier in Österreich besuche, dann leben meine Grosseltern und alle meine Vorfahren noch.

Elisabeth Ben David-Hindler wies in ihrer Rede darauf hin, dass sehr viele Menschen zum Gelingen dieses Projekts beitragen, die gemeinsam mit dem Verein Steine der Erinnerung Geschichte von unten schreiben. Besonders bemerkenswert sei es, dass in diesem Jahr 7 Stationen auf Wunsch von jetzigen HausbewohnerInnen für die ehemaligen jüdischen MieterInnen initiiert worden seien.

Der musikalische Rahmen durch das Duo Sholem Alejchem begeisterte die Anwesenden, bei einigen Liedern sangen und klatschten viele Menschen mit. Die anschließende Begehung einiger Stationen und auch die zweite Begehung nach der Mittagspause wurde von einer großen Zahl von Menschen begleitet.