Eröffnung des 7. Teils des Weges der Erinnerung

 

Am 13. Mai fand unsere größte Einweihungsfeier des Jahres, die von 15 neuen Stationen auf dem Weg der Erinnerung durch die Leopoldstadt statt; diesmal war uns die Sonne hold.

Zahlreiche Gäste waren aus den USA, Israel, England und Deutschland gekommen, um ihrer Lieben zu gedenken. Die Musik von Margaritkes (Daliah Hindler, Joshua Korn und Christoph Kögler) umrahmte die Veranstaltung würdig. Bezirksvorsteher Gerhard Kubik hieß die zahlreichen BesucherInnen willkommen und betonte die Unterstützung, die der Bezirk dem Projekt von Beginn an entgegengebracht hat. Kulturreferent Kresimir Mladensich erzählte über die jüdische Bezirksgeschichte. Elisabeth Ben David Hindler stellte die Gäste einzeln vor. Ihre Generation, der auch viele der von ihnen angehörten, konnte erst so viele Jahre nach der Shoah damit beginnen, die für die Familien so bedeutende Gedenkarbeit zu leisten.


1. Reihe: Sally McNichol (England), Kurt Gutfreund (USA) , Martin Topping (Deutschland), Jackie Young (England)
2. Reihe: Barbara Zeisl-Schönberg, Ronald Schönberg (USA), Michael Katz (Israel), Rachel Galili (Israel)
3. Reihe: blonde Dame: Elfriede Brunner (Deutschland)

Die Angehörigen, deren Stationen wir im Laufe des Tages Großteils besuchten, waren tief bewegt. Jackie Young (England), geb. als Jonas Spiegel, gedachte seiner Mutter und seines Großvaters, die er nie gekannt hatte. Vor ihrer Deportation hatte ihn seine Mutter Elsa Spiegel in ein Waisenhaus gegeben und von dort war er nach Theresienstadt deportiert worden.

Auch Kurt Gutfreund überlebte das KZ Theresienstadt. Er hat seinen Vater Heinrich Gutfreund mit 4 Jahren zum letzten Mal gesehen. Er schrieb uns: „It was a wonderful event . My son visited my father’s , his grandfather’s stone the next day and he realized that Sunday ,13 .May, was his birthday .”

Ellfriede Brunner s Vater Otto Herlinger musste als Jude seine Heimat im Sudetenland verlassen und nach Wien ziehen. Im Alter von 5 Jahren hat sie ihn zum letzten Mal gesehen.. Sie dankt in einem Brief für die „wunderbare, ergreifende Feierstunde und für den Weg durch die Straßen, wo mein Vater gegangen ist“.

Gaby Weiner betonte in ihrer Rede, dass es eine Trauerfeier, aber gleichzeitig ein Willkommensfest für ihre Verwandten sei, die wir nach Hause geholt haben.

Sie und Cousin Alec Spencer gedachten ihrer Großmutter und deren Schwester.

Sally Mc Nichol hat sehr lange an der Aufarbeitung der Geschichte der mütterlichen Familie gearbeitet um dafür Sorge zu tragen, dass niemand vergessen wird. dafür.. Nun kam sie mit ihrem Bruder Martin Topping und ihrer Nichte um die Steine zweier Tanten und Onkeln ihrer Mutter einzuweihen. Michael Katz schrieb uns dieses bewegende Email:

We returned to Israel Tuesday, overwhelmed with emotions, and we write to thank you for all you have done, starting with your outstanding initiative through endless efforts and devotion all of which made this memorial event so meaningful to all its participants.
Sunday’s event from start to end was moving, exhilarating and well organized.
By taking part in this ceremony you enabled us to show great respect to our grandparents at the very point, the threshold of their home, from where they were forced to leave and were taken, stripped of any kind of dignity, denied all basic human rights, dragged and pulled to their voyage of misery, and finally extermination.
For your efforts and good work you deserve great and hearty Yishar Koach!

Marc and Terry Roberts and Andrea Burkenroad kamen aus den USA um ihre Großeltern zu ehren. Wir haben die Tafel wegen der schweren Erkrankung der Mutter schon im Dezember 2011 angebracht. Die Mutter konnte noch die Fotos davon sehen.

Rachel Galili war es sehr wichtig, der Verwandten ihres Vaters zu gedenken.

Sie sprach auch über die Begegnung ihrer Eltern nach der Shoah in Sibirien und über die endlosen Bemühungen ihres Vaters, mit seiner Familie nach Wien zurück kehren zu können.

Barbara Zeisl- Schönberg erzählte bei der Abschlussveranstaltung vor dem Haus ihres Großvaters, dem Besitzer des ehemaligen Cafés Tegetthoff, welch große Bedeutung diese Steine für sie haben. Nun würden sich die vorübergehenden Menschen seiner erinnern. Er habe noch in seinem letzten Brief an ihren Vater Erich Zeisl geschrieben, wie sehr er sich über ihre Geburt freue.

Eine Woche danach wurde ein Beitrag über die Steine der Erinnerung in der Sendung „Heimat, fremde Heimat“ gezeigt.

Zum 7. Teil des Weges der Erinnerung ist eine Begleitbroschüre erschienen.