Neue Stationen auf dem Weg der Erinnerung

 

Eröffnung am 20. September 2009 in der Gebietsbetreuung am Max Winterplatz   Der Veranstaltungssaal war brechend voll, als die neuen Stationen diesmal im Stuwerviertel eröffnet wurden.

Da die neuen Stationen in verschiedenen Teilen des Bezirks liegen, stellte sie Elisabeth Ben David-Hindler in einer Powerpointpräsentation vor.

Frau Liane Graff berichtete über das Schicksal ihrer beiden Tanten, die in der großen Sperlgasse 4 gewohnt hatten. Ihr Sohn unterstrich die Bedeutung der Steine der Erinnerung und der Tafel, die an der Wand des Hauses angebracht wurde, für die Familie und für jüdische Menschen in Wien. Er sei froh, dass die Geschichte nun sichtbar gemacht werde.

Ernst Löschner hielt eine flammende Rede über die Geschichte von Dr. Walter Süß, der als Widerstandkämpfer hingerichtet wurde. Im nächsten Jahr wird ein Stein der Erinnerung in der Molkereistraße 7 seiner Gedenken. Herr Löschner ist als Briefmarkensammler durch Zufall auf die Briefe gestoßen, die Walter Süß aus dem Landesgericht an seine Mutter geschrieben hat.

Für einen wunderbaren musikalischen Rahmen sorgten Esther Jelinek, Christoph Kögler und Daliah Hindler.

Die anschließende Begehung der Stationen begann mit einer Erzählung von Elisabeth Ben David-Hindler über die ehemalige Fleischhauerei ihres Vaters am Max Winterplatz 17. Dieses kleine Geschäft bildete viele Jahre die Lebensgrundlage für die Familie und musste geschlossen werden, als die Kundschaften vom Hintergrund Hans Hindlers – jüdisch und kommunistisch – erfuhren. Da blieb die Hälfte der Leute aus.

In der Wolfgang Schmälzlgasse hatte Hugo Hacker eine Tischlerwerkstatt, die er nach der Reichskristallnacht aufgeben musste. Hugo Hacker konnte flüchten. Seiner Mutter und seiner Schwester war dies nicht möglich.