Eröffnung von 5 neuen Stationen auf dem Weg der Erinnerung durch die Brigittenau am 28. 9. 2012

 

Etwa 50 Menschen kamen zur Gedenkfeier am Wallensteinplatz, die musikalisch vom Trio „Margaritkes“ umrahmt wurde.

In seinen einleitenden Worten unterstrich Herr Bezirksvorsteher-Stellvertreter Pirker die Bedeutung des Projekts für den Bezirk unterstrich.

Elisabeth Ben David-Hindler begrüßte die Angehörigen, ein Paar war aus England angereist, und umriss die Arbeit des Vereins in den 7 Jahren seit seiner Gründung Sie dankte den UnterstützerInnen und den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, die einen wesentlichen Beitrag zu den Projekten in den mittlerweile 14 Wiener Bezirken leisten.

Ing. Gruber erzählte über das Schicksal seiner Eltern und seines Onkels und über seinen Weg zurück nach Wien.

Irene Filip, hat einen Stein der Erinnerung für die Eltern eines angeheirateten Verwandten gesetzt. Die Eltern teilten das Schicksal einer großen Gruppe von Menschen, die über die Donau nach Palästina zu gelangen versuchten. (Kladovo Transport) Sie mussten in Serbien ihre Reise beenden und wurden von den Nazis in der Nähe von Belgrad ermordet.

Im Anschluss an die Gedenkfeier begab sich die Gruppe zu den einzelnen Stationen. In der Bäuerlegasse 29 zeigte uns Ing. Gruber die Fenster seiner ehemaligen Wohnung. Er wuchs im 20. Bezirk auf und kam 1938 mit dem Kindertransport nach England. Dabei sah er seine Eltern zum letzten Mal.

In der Denisgasse versammelten sich vier Generationen der Familie Fettner, um ihrer Vorfahren zu gedenken. Herr Fettner, 91 Jahre alt, hielt eine politische Rede und wies auf die vielen anderen leidtragenden Gruppen hin, die in der NS-Zeit verfolgt wurden.

In der Heinzelmanngasse 18 erinnerte Sue Rutherford an ihre Großeltern und an ihre Tante Clara. Ihre Mutter emigrierte nach England und verweigerte die deutsche Sprache, was die in England aufgewachsene Tochter sehr bedauert. Aber sie beschrieb das Haus in Wien so genau, dass sich Sue Rutherford wie „coming home“ fühlte.

In der Staudingergasse14 erinnert eine Wandtafel daran, dass aus diesem Haus 55 Menschen deportiert und ermordet worden sind. Zweier Familien wird im Speziellen gedacht. Der engagierte Hausherr unterstützt das Projekt und hat eigens für Frau Winter, die aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Würdigung ihrer Familie aus Kanada kommen konnte, ein Video gedreht. Frau Czipke hielt eine beeindruckende Rede über das Schicksal der beiden jungen Frauen, deren Flucht im Kladovo Transport missglückte.

Zum Abschluss verlasen die Anwesenden abwechselnd die Namen aller Menschen, die in diesem Haus ihre letzte Adresse hatten.