Eröffnung von drei Stationen der Erinnerung in Neubau
25.6.2012

 

Auf der belebten Neubaugasse vor dem Haus Nr. 23 wurde die erste Station eröffnet. Elisabeth Ben David-Hindler, Generalsekretärin des Vereins Steine der Erinnerung begrüßte alle Anwesenden und den Bezirksvorsteher Mag. Thomas Blimlinger, der sich in seiner anschließenden Rede beim Verein für seine Arbeit bedankte.

Elisabeth Ben David-Hindler erzählte dann über die Arbeit des Vereines im Neubau. In den letzten Jahren wurden drei Mal Steine eröffnet, die sich in der Neubaugasse 21, 23 und 36 sowie in der Kandlgasse 37 und 44 befinden. Sie übergab dann das Wort an Dr. Helga Kuenzl, die den Stein für Paul Grün, die „große Liebe“ ihrer Mutter, initiiert hat. Sie sprach über die Vergangenheitsbewältigung in Österreich, die nur sehr langsam vonstattengeht und besonders darüber, dass es schön ist, dass der Name Paul Grün jetzt für alle Vorübergehenden sichtbar ist. Auch die Namen der Eltern von Paul Grün Josef und Netti Grün werden so bewahrt.

Frau Kuenzl hat auch eine ganz persönliche Bereicherung in ihrem Leben von der Familie Grün erhalten. Die Familie hat ihrer Mutter ein schwarzes Pianino zur Aufbewahrung übergeben, auf dem Frau Kuenzl später Klavier gelernt hat.

Gemeinsam ging die Gruppe dann in die Neubaugasse 36 wo ein Stein für die Ermordeten des Hauses und ein Stein für die jüdischen Kulturschaffenden gesetzt wurden.

Das Haus war lange Zeit Zentrum der österreichischen Filmkultur. Frau Ben David-Hindler las zunächst einen Text über diesen Aspekt des Hauses und die Stimmung im Cafe Filmhof, das sich ebenfalls hier befand.

Dann las Daliah Hindler einen Text von Frau Mag.a Malli vor, die die Station initiiert hat. Besonders wichtig ist ihr dass ihre Kinder, „die in einer Zeit groß werden, in der die letzten Holocaust-Zeitzeugen bereits gestorben sein werden, andere stumme Zeugen kennenlernen.“

Die stellvertretende Bezirksvorsteherin Madeleine Reiser sprach zum Abschluss noch über die Wichtigkeit der Arbeit des Vereins für den Bezirk. Auch der Stein in der Kandlgasse 37 wurde eröffnet, er wurde jedoch nicht besucht, da die Angehörigen aus England nicht anreisen konnten.