Verleihung des Dr. Karl-Renner-Preises 20.9.2010

 

Dem Verein Steine der Erinnerung wurde am 20.9.2010 im Wappensaal des Wiener Rathauses der Dr. Karl-Renner-Preis verliehen. Weitere Preisträger waren der Verein „Hemayat“ zur Unterstützung von traumatisierten AsylantInnen und die „Theodor-Kramer-Gesellschaft“ für Exilliteratur.

Zunächst sprach Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny einleitende Worte, in denen er die wichtige Arbeit aller drei Initiativen herausstrich und auch deren ähnliches Tätigkeitsfeld ansprach: „Alle drei PreisträgerInnen verbindet das Engagement für Menschen, die vertrieben wurden und der Kampf dagegen, dass diese Menschen vergessen werden. Aus der vertrauten Umgebung gerissen zu werden, ist eine der schlimmsten Erfahrungen, die ein Mensch machen kann. Deswegen ist die Arbeit, die diese Organisationen leisten, so wichtig.“

Der bekannte Autor Doron Rabinovici sprach die Laudatio für Hemayat. Der Verein betreut Folter- und Kriegsüberlebende. Für den Verein Steine der Erinnerung sprach Ephraim Levanon, Onkel der Generalsekretärin Elisabeth Ben David-Hindler.

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Für seine Eltern wurde 2005 der erste Stein der Erinnerung gesetzt. Er schlug eine Brücke zu seiner Vergangenheit, als er mit 15 Jahren Österreich verlassen musste. Damals hätte er sich nie träumen lassen, dass er einmal im Wiener Rathaus eine Rede halten würde. Er beschrieb die Arbeit des Vereines so:

„Der Verein hat eine Idee gleich einem Samen in verkrustetem Boden gesät, und mit viel Arbeit den Boden aufbereitet, um diese Idee wachsen und gedeihen zu lassen“. Für die Theodor-Kramer-Gesellschaft sprach der Präsident des Verfassungsgerichtshofes Clemens Jabloner. Sie verbreitet und erhält österreichische Literatur aus dem Exil.

Im Anschluss wurden die Preise verliehen. Der Dr.Karl-Renner-Preis ist mit insgesamt 45 000 Euro dotiert.

Nachdem die drei Geehrten ihre kurzen Dankesreden gehalten hatten, wurde zu Getränken und Snacks eingeladen.