Eröffnung September 2020

Feierliche Eröffnung von 5 Stationen in der Inneren Stadt am 15. September 2020

Treffpunkt unseres Rundganges mit der Eröffnung neuer Steine im ersten Wiener Gemeindebezirk war im Sigmund Freud Park neben der Votivkirche.

Zur Einstimmung wurde das Lied “Oseh Shalom” der Gruppe Avanim eingespielt.

Neben den Verwandten, Freunden, und Initiator_innen der neuen Steine waren auch zwei Bewohnerinnen der Ebendorferstraße mit dabei. Beiden ist ein neu gesetzter Stein vor ihrem Haustor aufgefallen, der aber auf Grund von “Corona-Verschiebung” erst nächstes Jahr offiziell eröffnet wird.

Bezirksrätin Frau Davis sprach einführende Worte und begleitete uns auch auf dem Weg. Auch Bezirksrat Joseph Dreier (die Grünen) und Gregor Raidl (ÖVP) waren zur Eröffnung anwesend.

Eskortiert von zwei zuvorkommenden Polizisten spazierten wir nach Frau Hammers Einführung zur ersten Station

Rathausstraße 21

 

 

Initiatorin dieses Steins ist die Sprachwissenschafterin Dr. Luna Gertrud Steiner.

 

Frau Dr. Steiner referierte nach ihrer akribischen Recherche über die Hintergründe der Besitzverhältnisse des Hauses in der Rathausstraße 21, in dem sie selber eine Zeit lang wohnte.

Rede

 

 

 

 

 

 

 

Tuchlauben 18

 

 

Frau Maximiliane Frischenschlager und ihre Familie haben den Stein für Dr. Josef Böhm, ihren Großonkel initiiert.

 

Durch einen glücklichen Zufall gelangte Frau Maximiliane Frischenschlager in den Besitz einiger handschriftlicher Briefe Josefs an seine damalige Braut und spätere Gattin. Diese berührenden Dokumente vermittelten Zugang zu seinen Gefühlen und Gedanken während einer kurzen Zeitspanne seines Lebens im 1. Weltkrieg.

 

 

 

 

 

 

Bela Brüll, Chane Mann und Paul Kotanyi lebten ebenfalls in diesem Haus. Ihre Steine wurden vom Verein Steine der Erinnerung initiiert.

Stoß im Himmel 3

Dieser Stein ist für die Familie Grünbaum gesetzt.

Initiatoren sind Paul Secher aus London und Herr Much, ein Bewohner des Hauses Stoß im Himmer Nr.3.

Leider gibt es über die Familie Grünbaum keine näheren persönlichen Erinnerungen.

 

 

 

 

 

 

Franz-Josephs-Kai 19

 

 

Initiator dieses Steins ist Harry Ebner für seinen Großvater und Familie.

Benjamin Ebner arbeitete als angesehener Rechtanwalt in Czernovicz und danach in Wien, bis er mit seiner zweiten Gattin deportiert wurde. Tochter aus erster Ehe, Melanie Ebner hatte mit Saul Jam einen Sohn namens Leon. Auch Familie Jam wurde im Holocaust ermordet.

Frau Daliah Hindler las Mr. Ebners Worte aus der Broschüre vor, da er wegen der Coroan Krise nicht nach Wien kommen konnte.

 

Zedlitzgasse 8

 

 

Initiator dieses Steins ist Dr. Rolf Röschke, der Enkel von Gudrun und Friedrich Weiss aus Erkner bei Berlin.

Der Initiator Dr. Rolf Röschke ist mit den deportierten Weissens nicht verwandt. Sein Großvater Friedrich Weiss lernte die Wiener Familie Weiss auf einer Donauschifffahrt 1928 auf Grund einer Gepäcksverwechslung durch die Namensgleichheit kennen. Die Familie Weiss aus Wien und die Familie Weiss aus Erkner bei Berlin waren bis zur Deportation der Wiener eng befreundet. Dr. Rolf Röschke, der Enkel von Gudrun und Friedrich Weiss aus Erkner bei Berlin ist auch heute hier in Wien.