Eröffnung Mai 2018

Feierliche Eröffnung von vier neuen Stationen der Erinnerung in der Inneren Stadt am 3. Mai 2018

Bei strahlendem Sonnenschein wurde die Veranstaltung im Hermann-Gmeiner-Park musikalisch von Klezmer Reloaded bestehend aus dem Klarinettisten Maciej Golebiowski und dem Akkordeonisten Alexander Shevchenko mit dem Lied „Donna Donna“ eröffnet.

Roswitha Hammer begrüßte im Namen des Vereins alle Anwesenden und stellte die neuen Stationen und deren Initiatoren und Initiatorinnen vor.

Nach einer kurzen Rede durch Bezirksrätin Patricia Davis bedankte sich der Verein für die vielfältige Unterstützung. Besonderer Dank wurde den ehrenamtlichen UnterstützerInnen und SpenderInnen ausgesprochen.

Im Anschluss an den musikalischen Beitrag gingen alle gemeinsam zur 1. Station des Tages, zum Schottenring 35.

Dort gedachte Dr. Wolfgang Fischer aus Wien seinem Onkel Dr. Günther Fischer, indem er aus seinem Leben erzählte. Herr Fischer selbst hatte noch einige Jahre in diesem Haus gelebt, bevor er mit seiner Familie flüchten musste. Er erzählte, dass seien Familie bis zur Wende 1989 nichts Genaueres über den Verbleib und den Todesort seines Onkels gewusst hatte. Erst die Öffnung der Archive in Moskau brachte die Gewissheit, dass er in Auschwitz ermordet worden ist.

Daliah Hindler las stellvertretend für die Angehörigen von Bertha Hofmann, Frau Jenny Pfalzner und ihrer Familie aus Canada, die leider nicht hier sein konnten, einen Text über Bertha Hofmann vor.

Außerdem wurde noch 3 weiterer Frauen, die aus diesem Haus deportiert worden waren gedacht.

Zum Abschluss spielte das Duo Klezmer Reloaded den Walzer Nr. 2 von Dmitri Shostakovich.

Danach ging die Teilnehmenden weiter zum Franz Josefskai 21, wo Daliah Hindler, die wenigen bekannten Daten Simon Lifschütz vorlas. Sein Neffe Enrico Lamet aus den USA konnte aufgrund des hohen Alters nicht anreisen.

Lydia Cevidalli erzählte für die Familie aus Italien und England, über ihre Urgroßmutter Flora Strakosch, ihr Gatte sprach das Kaddish.

Am Fleischmarkt 20 gedachte der 86 jährige Shaul Spielmann aus Israel seiner Eltern Josefine und Benno Spielmann. Dankenswerterweise konnte die Gruppe in den Hof des Wohnhauses gehen. Dort erinnerte sich Hr. Spielmann an die Zeit, die er als kleines Kind dort verbracht hatte.

Irv Adler aus den USA, der Initiator für den Gedenkstein erzählte über die familiären Verbindungen zu Shaul Spielmann.

Am Fleischmarkt 22 gedachte Judy Schulman aus Kalifornien ihrer Großtante Rosa Weisz und fand sehr berührende Worte.