Eröffnung Juni 2018

Feierliche Eröffnung von drei neuen „Stationen der Erinnerung“ in Wieden

Im kleinen Johannes-Diodato Park im vierten Gemeindebezirk findet heute die Eröffnung dreier neuer Stationen statt.

Roswitha Hammer leitet die Veranstaltung ein und stellt den Verein „Steine der Erinnerung“ vor. Sie begrüßt die Bezirksvorsteher – Stellvertreterin Frau Lea Halbwidl und bedankt sich bei ihr für ihre einleitenden Worte auf Englisch. Es sind ungefähr 35 TeilnehmerInnen, die für diese Gedenkzeremonie aus den USA und England und natürlich auch aus Wien gekommen sind. Frau Lea Halbwidl betont die Wichtigkeit solcher „democratic movements by individuals for individuals“. Viele WienerInnen betreuen heute diese symbolischen Grabsteine, und auch die Stadt Wien erkennt die „Steine“ als offizielle Denkmäler der Stadt an.

Frau Elisabeth Pozzi-Thanner, Nachkommin aus der Widerstandsgruppe Müller- Thanner, die maßgeblich an der Initiierung des „Steines der Erinnerung“ für die Widerstandskämpferin Louise Marie Mayer beteiligt ist, gedenkt der Arbeit der jüdischen Schriftstellerin, Journalistin und Übersetzerin, in deren Wiener Salon unter anderem Raoul Aslan (Burgschauspieler) und Egon Wellesz (Komponist) aus – und eingegangen sind. Sie hat ein wunderschönes Portrait Louise Marie Mayers (aufgenommen von Trude Fleischmann) mitgebracht, und wird dieses am Gedenkstein aufstellen.

Auch heute gilt spezieller Dank allen ehrenamtlichen MitarbeiterInnen.

Nun führt Daliah Hindler zu den Stationen.

Waaggasse 1:

Diesen Stein für Samuel und Frieda Fischer haben die Familien Hochberg und Ratnam aus Neuseeland und Australien initiiert, die leider heute nicht dabei sein können. Daliah Hindler übernimmt stellvertretend die Worte des Gedenkens.

Floragasse 7:

Stein für die Widerstandskämpferin Louise Marie Mayer und auch für den aus diesem Haus deportierten und ermordeten Leopold Blechner. Der Sohn eines Mitglieds aus der Widerstandsgruppe um Louise Marie Mayer gedenkt seines Vaters. Benjamin Haspel aus Israel spricht spontan das Kaddisch für die beiden Verstorbenen.

Waltergasse 4:

Hier gedenken die Urenkel der Familie Vasos- Baczewska aus den USA der ermordeten Natalie Baczewska, geborene Steinhaus. In dem neu renovierten Gründerzeithaus hat sich die Hausgemeinschaft um die hier wohnende Anna Wexberg-Kubesch dem Gedenken angeschlossen. Anna Wexberg-Kubesch kämpft mit ihrem Projekt “NEVER/FORGET/WHY” gegen das Vergessen der Gräueltaten in NS-Konzentrationslagern.