Feierliche Eröffnung am 08.06.2021 fünf neuer Stationen der “Steine der Erinnerung” in der Inneren Stadt

Im sommergrünen Schillerpark findet bei strahlendem Wetter die heutige Eröffnung statt. Mit einem neuen Lied: “mein Ruheplatz” stimmen uns die Musiker_innen des Ensembles “Avanim” auf den Nachmittag ein (Daliah Hindler Gesang, Christoph Kögler Akkordeon, Gitarre, Gesang, Agnes Riha Geige).

Roswitha Hammer heisst alle willkommen und stellt den Ablauf der Veranstaltung vor.

Die Generalsekretärin des Zukunftfonds, Frau Anita Dumfahrt ist mit Freude dabei. Auch heute ist die Bezirkspolitik des ersten Bezirks zahlreich vertreten: Frau Bezirksrätin Davis, Herr Bezirksrat Dreier und Herr Bezirksrat Willenig.

Herr Bezirksvorsteher Marcus Figl verweist im Zusammenhang mit dem heutigen Themas auf das Denkmal Franz Werfels in der Nähe und erinnert an die Geschichte des Musa Dagh. Er bedankt sich beim Verein “Steine der Erinnerung” für den hohen Anteil an Erinnerungskultur und für “keeping all this alive”.

Frau Hammer stellt den Verein vor und betont noch, wie wichtig die Einhaltung der Pandemiemaßnahmen sind – wobei diese von allen akzeptiert und auch eingehalten werden.

Elisabethstraße 20  

                                                                                                                                       Dieser Stein ist für Dr. Moritz Zalman und Irene Harland. Initiiert wurde er von Shai Cohen für seinen Großvater und dessen Mitstreiterin. Für Irene Harland sind  ihre Großnichte Katja und deren Sohn hier:

Ernst Löschner verbeugt sich vor der Größe der “Prophetin Harland” und erzählt voller Bewunderung von Irene Harlands Buch “Sein Kampf, einem Buch gegen Rassenhass und Menschennot. Irene Harand, Leben und Werk einer ungewöhnlichen Widerstandskämpferin.

Universitätsring 8

                                                                                                                                                                               Dieser Stein ist für Selma Richter, Kurt Richter und Albert Richter. Initiiert wurde er von Dinah Rosenberg aus Israel für ihren Großcousin und dessen Familie. Anwesend ist auch Frau Rosenbergs Neffe Herr Phil Richter aus New York. Phil Richter erzählt von seinem Großvater und bemerkt verblüfft, das hier in Wien alle ein so komisches Englisch sprechen wie sein Großpapa.

Ebendorferstraße 10 

         

Dieser Stein ist für Dr. Helene Eissler, Dr. Georg Eissler, Sidonie Rosenberg und Karoline Fleischner. Initiiert wurde er von Karina Urbach für ihre beiden Großtanten. Karin Urbachs Mutter, die Schwester der beiden, überlebte. Alice Urbach war eine austro-jüdische Kochbuchautorin und Unternehmerin. Ihr 1935 veröffentlichtes Kochbuch „So kocht man in Wien! Ein Koch- und Haushaltungsbuch der gut bürgerlichen Küche“ war ein Bestseller, doch die Nazis „arisierten“ ihr Werk und veröffentlichten es unter einem anderen Autorennamen. Karin Urbach kann heute leider nicht dabei sein, sie wird durch einen Freund der Familie, Herrn Harald Stolzenberg vertreten.

Schottenring 32 

Dieser Stein ist für Clara Ruhmann und Anna Maria Sanditz. Initiiert von Ann Hallam aus Australien für ihre Urgroßmutter und ihre Urgroßtante. Sie kann leider aus Pandemiegründen nicht anwesend sein.

Daliah Hindler liest stellvertretend die bewegende Familiengeschichte vor.

Köllnerhofgasse 4  

Dieser Stein ist für Salomon und Maltschi Weibel. Initiiert von der Enkelin Claudia Della Lucia. Sie und ihre beiden Töchter Tamara und Vivien, und deren Kinder Liam und Noemi sind heute da. Leider gibt es keine persönlichen Erinnerungen, denn Claudias Vater konnte Zeit seines Lebens über seine grausamen Erlebnisse nicht sprechen.

Auch Berta und Eduard Sucharipa, die ebenfalls in diesem Haus gelebt haben, haben den Holocaust nicht überlebt.