Eröffnung Juni 2019

Feierliche Eröffnung von drei neuen Stationen des „Weges der Erinnerung“ im Alsergrund

Etwa 50 TeilnehmerInnen nehmen an dem Gedenkweg teil. So treffen sich an diesem strahlenden Sommertag vier Generationen auf dem Weg der Erinnerung.

Bezirksrätin Susanne Plachy-Loco betont die Bedeutsamkeit dieser Erinnerung und mahnt: Wegschauen sei keine Lösung. Zusammenzustehen und einander zu helfen hat nie an Bedeutung verloren.

Durch die Steine der Erinnerung kehren die Opfer heute symbolisch nach Wien zurück.

Roswita Hammer erzählt aus der Geschichte der „Steine der Erinnerung“ und zitiert die Gründerin Elisabeth David Hindler: „Wir wollen nicht nur der Ermordung der Opfer gedenken, sondern auch an deren Leben“.

 

Porzellangasse 45:

Wir gedenken sowohl Edith und Oswald Rosenbergs als auch Ida und Luise Nussbaums.

Bengt Sprinzl, der bis zu seinem 21. Lebensjahr in der Porzellangasse 33a Nummer 15 lebte, erzählt, warum es ihm ein Bedürfnis ist, einen Stein für Ida und Luise Nussbaum zu spenden:

Im Jahr 2013 erfuhr er, dass sein Zuhause eine der vielen im Krieg arisierten Wohnungen war, und die beiden hier wohnenden Damen vertrieben und dann vermutlich in Theresienstadt ermordet worden waren.

 

HausbewohnerInnen und Fabian Patzak gedenken Edith und Oswald Rosenbergs. Er erzählt, dass noch bis ins Jahr 1988 von den vertriebenen BewohnerInnen niemand wusste, und er ist sehr froh, dass nun endlich der „Teppich gehoben“ worden war.

Nußdorferstraße 9:

Wir gedenken der Arisierung des Geschäfts von Avram und Sophie Rosenbaum

Es war eine Kerzen-, Seifen-, Parfümerie und Wirtschaftsartikelgeschäft dessen Besitzer von einem Tag auf den anderen fliehen mussten.

Sophie Bader, Enkelin und David Bader Urenkel aus Georgia, USA möchten mit diesem Stein an die gewaltsame Unterbrechung des Lebens der Rosenbaums und die zerstörte Kindheit der Nachkommen der Familie erinnern.

Heiligenstädterstraße 6:

Wir gedenken Naftali und Adela Gelles´.

Loise Crowley aus NY, USA bedankt sich bei ihrem Cousin, dem Enkel der Familie Gelles, für das Foto von Adela und Naftali, ebenso wie für das zur Verfügung-stellen der Deportationsliste. Louise schildert, wie sich ihr Leben veränderte, als sie nach langer Recherche die Transportliste der Nazis vom Mai 1942 in Händen hielt und die Namen von Naftali und Adela Gelles fand.

Die Familie ist aus Israel zur Eröffnung angereist.

Angehörige von Frances Zamcheck , NY, die im Jahr 2017 in der Malzgasse 9 einen Stein eröffnet haben, sind auf dem Weg zu einer Hochzeit in Israel in Wien „vorbeigekommen“ und begleiten die Gruppe am Weg der „Steine der Erinnerung“.