Feierliche Eröffnung von 8 Stationen in der Leopoldstadt am 12.05.2019

Die Wettervorhersage war katastrophal – so bauen im kleinen Parkrondeau in der Oberen Augartenstraße die MitarbeiterInnen von „Steine der Erinnerung“ ein Zelt auf. Doch der Wetterg´tt meint es gut, vorerst zumindest – und die Sonne versucht sogar zeitweise auf alle niederzublinzeln.

Es sind ungefähr 45 Personen, die an der heutigen Eröffnung teilnehmen. Das Ensemble Avanim (Daliah Hindler-Gesang, Karin Waniek-Gesang, Christoph Kögler-Akkordeon, Gitarre, Gesang, Agnes Riha-Geige) spielt am Beginn der kleinen Feier das bekannte Lied Tumbalalaika.

Roswitha Hammer begrüßt alle herzlich und stellt Frau Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger vor, eine Bezirkspolitikerin, die den Verein „Steine der Erinnerung“ stets unterstützt und keine Eröffnung im zweiten Wiener Gemeindebezirk auslässt.

Frau Lichtenegger spricht u.a. über das heurige Gedenkjahr, das die jüdische Vergangenheit des zweiten Bezirks sichtbarer macht.

Link zur Rede

Nun stellt Frau Roswitha Hammer den Verein „Steine der Erinnerung“ vor und betont, wie wichtig es sei, dass die mehr als 1600 Steine heute Teil der Wiener Öffentlichkeit geworden sind. Der Verein wird nicht nur finanziell unterstützt, sondern auch besonders durch die Anwesenheit der BezirkspolitikerInnen.

Als Abschluss der Festlichkeit spielen Avanim das Lied: Mir lebn ejbig.


Krafftgasse 3

ist die erste Station des heutigen Tages. Es wird David Ernsts und Amalie Oppenheims gedacht.

Initiator des Steins ist der Philosoph Herr Peter Singer, er kann nicht anwesend sein, doch Markus Tschögl, angehender Philosoph, übernimmt den Part der erinnernden Worte.

Für Hermine Winkler wurde die Patenschaft von Herrn Robin Gosejohann übernommen.


Untere Augartenstraße 1-3

Es wird Joseph und Olga Schauders gedacht.

Jürgen Lutz aus Bremen hat den Stein für die Großeltern seiner Gattin initiiert. Das Leben Olgas und Josephs liegt weitestgehend im Dunkeln. Jürgen Lutz erzählt, dass deren Sohn Hans in die Schweiz emigrieren konnte und dort sein Medizinstudium beendete. Weitere Information über den einzigen Überlebenden der Familie Schauder konnten leider nicht ermittelt werden.


Herminengasse 15

Es wird Regine Hirschs und Heinrich Sprinzeles´ gedacht.

Initiatorin und Urenkelin Anna Schon kann nicht anwesend sein, es sind jedoch Angehörige aus den USA präsent: Micky und Eric Schon, Janie und Steven Schon, Sam und Carol Lehman-Wilzig.

Micky liest aus der Broschüre und Eric Schon spricht das Kaddisch.


Tandelmarkt 9

Es wird Bernhard Weinbergs und Lotti Feige Weinbergs (geborene Zimbler) gedacht.

Kusine Miriam Steinberg aus den USA ist zur Steinlegung gekommen, und berichtet, es gäbe sehr wohl persönliche Gefühle zu ihren ermordeten Vorfahren, doch leider keine persönlichen Geschichten. Sie erzählt, dass alles Wissen über die beiden nur aus Archiven stammt.

 


Karmelitergasse 13

Es wird Isak und Hermine Pokarts gedacht.

Initiatoren sind die Enkelin Frances Silvermann und die Urenkelin Cindy Silvermann. Glen Silvermann spricht berührende Worte, und auch der Himmel beginnt zu weinen.

Ebenso wird Alice Raabs gedacht, die durch diese Plakette einen symbolischen Grabstein erhält.


Große Mohrengasse 25

Es wird Eugen Freis gedacht.

Sara Walker, seine Urenkelin, lebt in Wien und berichtet von ihrer unermüdlichen Recherche über den Leidensweg ihres Urgroßvaters. Leider konnten kaum persönliche Geschichten in Erfahrung gebracht werden. Eugen Frei lebte offenbar eine kurze Zeit vor seiner Deportation in Paris. Sara fand im Zuge ihrer Recherche eine Liste des Deportationstransportes mit dem Namen ihres Urgroßvaters. Eugen Frei hatte wohl mindestens zwei Brüder, die so wie er nach Theresienstadt deportiert und dort ermordet worden sind.

 


Glockengasse 25

Es wird Sigmund und Regine Reisers gedacht.

Frances, Cindy und Alexa, Enkelin, Urenkelin und Ururenkelin, von Generation zu Generation zu Generation, tragen sie die Erinnerung, das Licht und die Liebe weiter in die Welt.

At the rising sun and at its going down; we remember them.

At the blowing of the wind and the chill of winter; we remember them.

At the opening of the buds and the rebirth of spring; we remember them.

At the blueness of  the skies and the warmth oft he summer; we remember them.

At the rustling of the leaves and the beauty of the autumn; we remember them.

At the beginnig of the year and when it ends; we remember them.

As long as we live, they too will live forth they are now part of us; we remember them.

When we are weary and in need of strength; we remember them.

When we are lost and sick at heart; we remember them.

When we have decisions that are difficult to make; we remember them.

When we have joy and crave to share; we remember them.

When we have achievments that are based on theirs; we remember them.

For as long as we live, they too will live, for they are now part of us; we remember them.