Feierliche Eröffnung des 15. Teils des “Weges der Erinnerung” 2.Teil in der Leopoldstadt, am Sonntag den 10. Oktober 2021

Das Ensemble Avanim (Daliah Hindler-Gesang, Karin Waniek-Gesang, Christoph Kögler-Akkordeon, Gitarre, Gesang, Agnes Riha-Geige) eröffnet den heutigen Weg durch die Leopoldsstadt stimmungsvoll mit dem Lied: “Wollt ich gehat Kojach”.

Frau Roswitha Hammer stellt den Verein vor und führt uns durch den heutigen Weg. 16 Jahre existiert der Verein Steine der Erinnerung nun bereits und hat wesentlich zur Wiener Erinnerungskultur beigetragen.

Frau Hammer erzählt, dass es im zweiten Bezirk über 250 Adressen der Steine der Erinnerung gibt, und heute ist dieser Bezirk wieder derjenige, mit dem höchsten Anteil an jüdischer Bevölkerung.

Auch Herr Bezirksvorsteher Nikolai begrüßt die Teilnehmenden herzlich und erinnert daran, dass von ca. 48.00 Juden, die aus Wien deportiert wurden, zwei Drittel ihren letzten Wohnort in der Leopoldstadt hatten. Der Verein macht nun diese Schicksale wieder sichtbar und schenkt den vertriebenen und ermordeten Menschen einen symbolischen Platz in ihrer ehemaligen Heimatstadt. Herr Nicolai dankt Daliah Hindler mit ihrem Team für diese Arbeit.


Ybbsstraße 7:

Peter Weinberger, lebend in Wien und New York, gedenkt mit seiner Familie seiner Großeltern Jolan und Emil Stiassny und der Onkel Kurt, Erich und Alfred Stiassny.


Sebastian-Kneipp-Gasse 11:

Thomas Wistawel aus Österreich gedenkt seiner Urgroßmutter Etie Stockhammer.

Lange Zeit war die Geschichte Eties verschüttet. Erst durch die hartnäckige Recherche ihres Urenkels wurde sie aufgedeckt. Dies war Motivation für Thomas Wistawel der Historie seiner Urgroßmutter zu erforschen.

Die Steine für Rosa, Saul, Stella und Alexander Übersfeld wurden vom Verein Steine der Erinnerung initiiert.


Sebastian-Kneipp-Gasse 12:

Peter Scheer aus Österreich gedenkt seiner Großeltern Samuel und Marjem Landau.

Marjem und Samuel Landau haben viele Nachkommen, die an sie denken. So hat ihr Erbe die Vernichtung überlebt.


Czerningasse 6:

Initiator Christoph Schlick aus Österreich gedenkt Mathilde, Elsa und Gabriel Frankl.

Christoph Schlick durfte Victor Frankl, den Gründer der dritten Wiener Schule der Psychotherapie noch ganz persönlich erleben. Die Impulse Frankls haben ihn zur Logotherapie und Existenzanalyse geführt. Mit diesen Steinen möchte er seinem Lehrer und dessen Wurzeln einen kleinen Dank zurückgeben.

 

Herr Schlick kann leider nicht anwesend sein, Frau Hindler liest Teile der Lebensgeschichte der Frankls aus der Broschüre vor.


Praterstraße 17:

Ein Hausbewohner dieser Adresse, Herr Walter König, gedenkt der ehemaligen Bewohner_innen in der Praterstraße 17. Herr König wird durch seinen Sohn vertreten. Die Tafel für Johanna Hoffmann, Ciwye und Bernhard Hoffmann liegt hier stellvertretend für 117 Menschen, die aus diesem Haus deportiert und ermordet wurden.


Schmelzgasse 12:

Ingrid Hellmann gedenkt ihres Großvaters Kurt Hellmann.

Herr Michael Mickel hat die Patenschaft für Fanny Baltinester und Rosalie Schön übernommen.